Kinokränzchen Nummer Elf wagt einen Blick auf die dunkle Seite einer vermeintlichen Himmelsmacht. “Mad Love” (USA 1935 / Regie: Karl Freund) steuert seine Vorlage “Les mains d’Orlac” aus dem sicheren Fahrwasser einer Mad-Scientist-Moritat in die gefährlichen Untiefen schwarzromantischer Obsessionen und in die Strudel des Wahnsinns. “Mad Love” war Peter Lorres Einstand in Hollywood Babylon und das als bizarrster und zärtlichster Psychopath der Schwarzweißfilm-Ära. Und Kameramann Greg Tolland etablierte bereits hier die visuellen Konzepte, die er in “Citizen Kane” perfektionieren sollte. Leider aber galt dieser wundervoll abgründige Film, wie ein entrüsteter Kritiker damals kommentierte, als “die Art von Machwerk, wegen der wir eine schärfere Zensur brauchen” und wurde wie seine Hauptfigur grässlich verstümmelt. Die fast vergessenen, aber bis heute verstörend schönen Überreste laufen am Sonntag dem 11. Juli um 14.30 Uhr im Werkstattkino (Fraunhoferstr. 9 / Hinterhof)…

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